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2006: Sperlinge, Gartenrotschwanz und Girlitz

Die untenstehenden Ergebnisse stammen aus dem Rundschreiben 3/2006 vom 06. September 2006. Die endgültigen Ergebnisse werden im BOB veröffentlicht.

Haussperling

Die Kartierung 2006 zum Haussperling, einer früher allgegenwärtigen und jetzt leider in der bundesweiten Vorwarnliste verzeichneten Art, hat wie schon die Kartierung im Jahr 2001 auch überregional Aufmerksamkeit gefunden (s. hierzu den Artikel auf der Internetseite des NABU-Bundesverbandes: www.nabu.de, Rubrik Artenschutz, Vogelschutz). Außerdem berichteten der NABU-Landesverband Berlin über BOA-Ergebnisse zum "Spatzen" (Jens Scharon, Nov. 2006) sowie mehrere Berliner Tageszeitungen.
Wie schon 2001 sind die Neubau- und Altbau-Wohnblockzonen am stärksten besiedelt (95 bzw. 76 Ind./10 ha), gefolgt von Dörfern (57 Ind./10 ha), Industriegebieten (38 Ind./10 ha), Einfamilienhaussiedlungen (37 Ind./10 ha) und Parks/Gärten (35 Ind./10 ha). Eine Hochrechnung für den Gesamtbestand der Stadt auf der Basis von 27 Probeflächen ergibt ca. 120.000 BP. Dieser Wert liegt etwas unter der für das Jahr 2001 ermittelten Zahl, kann aber bei der Analyse aller untersuchten Lebensraumtypen und Probeflächen kaum als wirklicher Rückgang gedeutet werden.

Beim Feldsperling mit Abstand am stärksten besiedelt sind Parks/Gärten (13 Indiv./10 ha), gefolgt von Einfamilienhaussiedlungen (5 Indiv./10 ha). Mit 1 Indiv./10 ha oder tieferen Werten liegen Dörfer, Neubau- und Altbau-Wohnblockzonen mit deutlichem Abstand am Schluss. Eine Hochrechnung auf den Gesamtbestand Berlins ist wegen der teilweise kleinen Stichprobe bei einigen der untersuchten Lebensraumtypen etwas problematisch, lässt aber ca. 10.000 BP erwarten.

Koordination: Jörg Böhner

Publikationen:
BÖHNER, J.; W. Schulz & K. Witt: Abundanz und Bestand des Haussperlings (Passer domesticus) in Berlin 2001.- Berliner ornithol. Ber. 13, S. 42-62
BÖHNER, J. & W. SCHULZ: Brutzeiterfassung des Haussperlings (Passer domesticus) in Berlin 2006/2007: Ein Vergleich mit 2001. - Berl. ornithol. Ber.17(2007), S. 17-28
Grasnick, J. & J. Böhner: Bruterfolg des Haussperlings (Passer domesticus) in einem Berliner Wohnblockviertel.- Berl. ornithol. Ber. 18(2008), S. 36-49
Böhner, J. & W. Schulz: Bestand und Lebensraumpräferenzen des Feldsperlings (Passer montanus) in Berlin.- Berl. ornithol. Ber. 18(2008), S.49-61

Gartenrotschwanz

Untersucht wurden 12 Kleingartenanlagen und 3 Flächen mit Einfamilienhaussiedlungen. Kleingärten sind durchweg gut besiedelt, mit Spitzenwerten von über 12 Rev./10 ha (Mittel: 5,5 Rev./10 ha), die locker bebauten Wohnbereiche weisen deutlich geringere Dichtewerte auf (Mittel: 0,7 Rev./10 ha). Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass der Gartenrotschwanz in den letzten 10-15 Jahren wohl deutlich zugenommen hat und inzwischen mit einer beträchtlich höheren Anzahl Reviere für Berlin gerechnet werden muss als noch vor kurzem angenommen.

Girlitz

Untersucht wurden 9 Kleingartenanlagen, die eine mittlere Dichte von 0,9 Rev./10 ha aufwiesen. Auffallend sind die hohen Schwankungen von Probefläche zu Probefläche, was die unregelmäßige Verteilung der Art über das Stadtgebiet bestätigt. Wegen des relativ geringen Datenmaterials und der Beschränkung der Kartierungen auf nur einen Lebensraumtyp ist eine Ableitung des Gesamtbestand Berlins nicht sinnvoll.